Sonntag, 11. August 2013

Mollerstrasse


  Das Bremer Eck mit Blick in die Mollerstraße. Links befindet sich das Georg-Moller-Haus, ein Gebäude im Stil der 1980er Jahre, und rechts das Sanitätshaus Brandscheidt im Stil der "Grauen Architektur" der 60er Jahre. Das Bremer Eck wurde 2010 umgestaltet und mit dem Rankgerüst ausgestattet.








Mollerstraße heißt die ehemalige B 214 zwischen Bremer Eck und Auffahrt zur Umgehungsstraße. Sie entstand in den 1960er Jahren als Durchstich von der Umgehungsstraße, die damals den Nordteil der Stadt noch nicht umfaßte, zum Bremer Eck. Weil über die Mollerstraße auch der Verkehr der B 51 lief, war die Straße als eine vierspurige Hauptmagistrale ausgebaut. Der Verkehr, insbesondere mit Lkw, nahm im Lauf der Jahre derartige Ausmaße an, daß die Stadt durch die Mollerstraße und die Hindenburgstraße sozusagen in "zwei Teile zerschnitten" war. Bebaut wurde die Mollerstraße zunächst mit dem Polizeipräsidium und dem Feuerwehrgebäude in der damals üblichen unansehnlichen "Grauen Architektur" der 60er Jahre. Auf der gegenüberliegenden Seite enstand in den 70er Jahren einer der frühen Supermärkte von Diepholz, das ebenfalls unansehnliche "Nordwest-Center", etwas abseits davon das Fernmeldeamt mit dem alles überragenden, weithin sichtbaren Funkturm aus Beton. Die Mollerstraße war einer der häßlichsten, ödesten, härtesten und lautesten Bereiche der Stadt Diepholz.

Erst im Jahre 2010 wurde die Ortsumgehung auch um den Nordteil der Stadt fertiggestellt und die Mollerstraße zur normalen Stadtstraße herabgestuft. Somit konnte ein teilweiser Rückbau und eine Umgestaltung beginnen. Zunächst entstand der Verkehrskreisel am Bremer Eck mit dem Rankgerüst. 2012 wurde dann auch der Kreisel mit der Uhr an der Flöthestraße  fertiggestellt. Die beide Kreisel verbindende, breite Mollerstraße wurde auf die zwei äußeren Fahrspuren reduziert, der Bereich in der Mitte zwischen den beiden Fahrspuren zum Parkraum umgebaut und mit Bäumen bepflanzt. Insgesamt macht die umgestaltete Mollerstraße einen sehr guten und durchaus repräsentativen Eindruck. Die Ästhetik ist in Ordnung, von der einstigen Häßlichkeit ist nur noch wenig zu erkennen. Die Baumaßnahme kann als rundum gelungen bezeichnet werden.

Georg Moller (geb. 1784 in Diepholz, gest. 1852 in Darmstadt) ist wohl der berühmteste Sohn der Stadt Diepholz. Er zählte neben Karl Friedrich Schinkel und Leo von Klenze zu den wichtigsten deutschen Architekten des Klassizismus und der Romantik. Die Würdigung Mollers mit einem Straßennamen in Diepholz ist passend und angemessen, ganz im Gegensatz zum Namen "Hindenburgstraße" (die Fortsetzung der Mollerstraße östlich des Bremer Eck), der für Diepholz eher peinlich ist. 






Parkraum zwischen den beiden Fahrspuren. Im Hintergrund der Flöthekreisel mit der Uhr




Der Flöthekreisel




Blick vom Flöthekreisel in Richtung Bremer Eck. Die häßliche Architektur des Polizeigebäudes (links) fällt kaum noch auf. Das unansehnliche "Nordwest-Center" (rechts) wurde schon vor Jahren abgerissen und durch die zwar normierte, aber erträglichere Architektur des Aldi-Markt ersetzt (nicht mit im Bild).

Kommentare:

  1. Wird in Diepholz im Museum an Georg Moller erinnert? Hätte den Geburtsort gern in unsere Tour zu Georg Moller aufgenommen http://kulturreise-ideen.de/architektur/architekten/Tour-georg-moller.html

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. In Diepholz gibt es nur das kleine Schloßturmmuseum des Heimatvereins. Meines Wissens kommt Georg Moller dort nicht vor. Moller wird aber in der heimatkundlichen Literatur gewürdigt ("Diepholz - Eine Kreisstadt im Wandel der Zeiten" von Wilfried Gerke, Schröderscher Buichverlag). Außerdem gibt es den Straßennamen und das Georg-Moller-Haus, ein Neubau, der nach ihm benannt wurde.

      Löschen