Freitag, 11. Oktober 2013

Grafenstraße

Südteil der Grafenstraße in Richtung Bahnhof gesehen





Hinterhöfe der Grafenstraße vom Bahnhof aus gesehen. Die Mauer im Vordergrund gehört zur Einfahrt in den Bahnhofstunnel




Die Landwirtschaftliche Winterschule aus dem Jahre 1904 kann dem frühesten Heimatschutzstil zugeordnet werden


Die Grafenstraße verbindet die Bahnhofstraße (somit den Bahnhof) mit der Hindenburgstraße (der Ausfallstraße Richtung Sulingen, ehem. B 214). Als ein unbefestigter, unbebauter Feldweg unter dem Namen "Burschloppweg" war die Grafenstraße bereits im 19. Jahrhundert vor dem Bau der Eisenbahnlinie vorhanden. Sie ist also älter als die Bahnhofstraße. Auf der Karte von 1897 ist eine geringe, frühe Bebauung nahe der Einmündung in die Bahnhofstraße verzeichnet. Im Jahre 1900 begann der Ausbau der Grafenstraße und eine Bebauung des südlichen Teils mit einigen Gebäuden im Stil jener Zeit, darunter im Jahre 1904 die Landwirtschaftliche Winterschule. Im mittleren Teil der Grafenstraße siedelte sich 1949 der Möbelfabrikant Müller an. Von dem Firmengebäude ist nichts mehr zu erkennen. An dessen Stelle befindet sich heute eine Motorrad-Werkstatt. Das Wohnhaus, das bereits Anfang der 1920er Jahre erbaut worden war, ist aber noch vorhanden.  In den 1950er Jahren entstanden im nördlichen Teil der Grafenstraße das Polizeigebäude, das Arbeitsamt und das Zollamt im Heimatschutzstil der Nachkriegszeit. Alle drei Ämter wurden später verlegt. Das Polizeigebäude und das ehemalige Zollamt mußten modernen Bauten weichen, nur das ehemalige Arbeitsamt ist in seinem ursprünglichen Baustil noch erkennbar (heute Tierarztpraxis). Insgesamt macht der nördliche Teil der Grafenstraße heute einen eher tristen und trostlosen Eindruck. Die alten Bauten im Südteil sind jedoch sehenswert und unbedingt erhaltungswürdig. 





In dieser klobigen Villa im typischen Stil der 1920er und 30er Jahre gegenüber der Landwirtschaftsschule befindet sich das Büro des Landvolk-Verbandes




Eingang zum Landvolk-Verband



Detail am Eingang zum Landvolk-Verband. Die Inschrift lautet "Blut und Boden", das Hakenkreuz wurde herausgeschlagen




Neben dem Sitz des Landvolk-Verbandes befindet sich diese Villa im Stil des Historismus. Ein reicher Tierarzt hat sie Anfang des 20. Jahrhunderts erbauen lassen.


 
Auch die prachtvolle Original-Eingangstür ganz im Stil des Historismus ist erhalten




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