Montag, 7. Oktober 2013

Junkernhäuser Weg

Der nördliche Teil des Junkernhäuser Weg am zum Fliegerhorst gehörenden, sogenannten "Vorwerk" (rechts). Blickrichtung zur B 214.




Das heute nicht mehr genutzte Wachhäuschen am "Vorwerk" macht einen martialischen, abschreckenden  Eindruck.




Eine der Lagerhallen aus den 1930er Jahren im "Vorwerk"




Giebelseite einer der Lagerhallen des "Vorwerk".



Der Junkernhäuser Weg ist eine Verbindungsstraße nahe dem Moor von der Maschstraße am Fliegerhorst direkt zur B 214. Der Weg ist quasi eine Verlängerung der Maschstraße hinter einer 90-Grad-Rechtskurve in Richtung Norden. Die Junkernhäuser waren ein Gut mit einigen kleinen Höfen oder Scheunen. Gut und Nebengebäude gehörten zum Gut "Münte" der von Voß. Sie lagen nördlich des späteren Fliegerhorst im Bereich des heutigen Gewerbegebiet Maschstraße. Auf der Karte von 1773 sind sie als "von Voß Häuser" verzeichnet. Sie waren über einen Weg erreichbar, dessen Richtung nur ungefähr der späteren Maschstraße entsprach. Auf der preußischen Karte von 1897 - als bereits die Chaussee nach Kroge/Steinfeld (die spätere B 214) bestand -  ist ein Feldweg verzeichnet, der ungefähr dem heutigen Junkernhäuser Weg entspricht. An der Einmündung dieses Weges in die Chaussee ist auf der Karte ein sogenanntes Chausseehaus verzeichnet (Wohn- und Dienstgebäude eines Chausseewärters). Dieses Haus oder dessen Standort war später die Gaststätte "Moorhof". Sie wurde 2012 oder 2013 abgerissen. 

1934 kaufte die Stadt die Ländereien des Gutes Junkernhäuser, was im Zusammenhang mit dem geplanten Bau des Fliegerhorst stand. Mit diesen Ländereien sollten wegen des Fliegerhorst enteignete Bauern entschädigt werden. Heute ist von den Junkernhäusern keine Spur mehr vorhanden. Der Junkernhäuser Weg ist vermutlich in der NS-Zeit als Zufahrt zum Fliegerhorst von der heutigen B 214 aus ausgebaut worden. Damit war der Fliegerhorst von Westen her erreichbar ohne daß die Stadt durchfahren werden mußte. 

Das markanteste Objekt am Junkernhäuser Weg ist das sogenannte "Vorwerk" des Fliegerhorst. Dabei handelt es sich um ein in den 1930er Jahren erbautes militärisches Materiallager. Gegenüber dem "Vorwerk" zweigt eine schmale Betonsteinstraße ab, die ins Moor zur Kurzwellen-Peilanlage der Bundeswehr führt. Mit dieser Peilanlage wurden und werden Kurzwellensender abgehört, angepeilt und überwacht. Die Anlage wurde 1965 errichtet. Im Kalten Krieg war sie mit Hunden schwerstens bewacht. Seit der "Wende" arbeitet die Anlage ferngesteuert, unbemannt und unbewacht. Direkt neben der Peilanlage befindet sich der bei Spaziergängern und Joggern sehr beliebte Moorerlebnispfad.  



Die KW-Peilanlage der Bundeswehr (Hintergrund)



Die KW-Peilanlage der Bundeswehr




Am Eingang zum Moor-Erlebnispfad



Ehemaliger Torfstich am Moor-Erlebnispfad






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