Sonntag, 13. Oktober 2013

Lehmder Damm

Das Gut Hemtewede
 


Der Lehmder Damm an der alten Einmündung in die B 51 nördlich Hemtewede. Hier hat man ein paar der Pappeln stehen lassen, die einst eine eindrucksvolle Allee bildeten. 

 

Der alte Bereich nahe der B 51 in Richtung der Bundesstraße gesehen. Hier erkennt man deutlich die alte Pflasterung und die ursprüngliche Schmalheit des Lehmder Damm.



 
Der Lehmder Damm mit der parallel laufenden, stillgelegten Stichbahn zum Fliegerhorst



 Der Lehmder Damm ist ein grenzüberschreitender, mitten durchs Moor führender Hochmoordamm, der Diepholz direkt in Ost-West-Richtung mit dem "Oldenburgischen" (ehemals Großherzogtum Oldenburg, heute niedersächsischer Kreis Vechta) verbindet. Er existierte schon lange, bevor die Chaussee von Diepholz nach Kroge/Steinfeld (die spätere B 214) gebaut wurde. Der Lehmder Damm war früher allerdings nicht befestigt und deshalb nur "bei trockener Jahreszeit" passierbar, was auf der Karte von 1773 vermerkt ist. Die Karte zeigt, daß der Verlauf des Lehmder Damm bei Diepholz ein etwas anderer war als heute. Er entsprach grob annähernd der späteren Maschstraße, führte - ausgehend vom Willenberg - in südwestliche Richtung, an den Junkernhäusern vorbei, von dort weiter in Richtung Westen. Auf der preußischen Karte von 1897 existiert bereits ein unbefestigter Weg, der nördlich des Gutes Hemtewede von der Osnabrück-Bremer Chaussee (später B 51) abzweigt und dem heutigen Lehmder Damm entspricht. Wann der Lehmder Damm gepflastert und als Pappelallee bepflanzt wurde, ist mir nicht bekannt, vermutlich in den 1930er Jahren mit dem Bau des Fliegerhorst, denn der Lehmder Damm führt unmittelbar an der Südseite des Fliegerhorst vorbei, und direkt neben dem Weg wurde die parallel verlaufende Eisenbahn zum Fliegerhorst verlegt. Dieser Zustand hat sich bis etwa zum Jahr 2000 gehalten. Zuletzt bot sich mit den ausgewachsenen riesigen Pappeln ein eindrucksvolles Bild, das mit etwas Phantasie an eine Fahrt durch eine schmale hohe gotische Kathedrale erinnerte. 

Ende der 1990er Jahre begann der Bau des zivilen Flughafens "Diepholz-Dümmerland", der die militärische Startbahn des Fliegerhorst mitnutzt. Entsprechend mußte der Lehmder Damm als geeignete Zufahrt ausgebaut werden. Die Pappeln verschwanden, die Abzweigung von der B 51 wurde etwa 200 m weiter nördlich gelegt. Dadurch wurde ein kleiner Teil des Lehmder Damm gekappt. Dieser nur noch von der Landwirtschaft genutzte Stumpf blieb bis heute mit der alten Pflasterung erhalten (siehe zweites und drittes Bild von oben). Bis zur Einfahrt zum FDD wurde der Lehmder Damm deutlich verbreitert. Ob der FDD erhalten bleibt, ist zur Zeit offen, denn die Luftwaffe zieht 2018 aus Diepholz ab, und die Startbahn müßte dann vom FDD allein unterhalten werden. Sie hat zur Zeit einen Sanierungsbedarf von geschätzt 14 Millionen Euro.  




Empfangsgebäude, Tower und Werkstatt des zivilen Flughafens "Diepholz-Dümmerland" (FDD)




An einer auf dem FDD gelandeten kleinen Passagiermaschine werden die Reisenden mit einer riesigen BMW-Limousine direkt am Flugzeug auf dem Rollfeld abgeholt.


 
Westlich des FDD befindet sich die stillgelegte Eisenbahneinfahrt in den Luftwaffen-Fliegerhorst.




Der Lehmder Damm im weiteren Verlauf Richtung Westen am Moor




Einer der im Moor vom Lehmder Damm abzweigenden Feldwege




Kommentare:

  1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    1. korrektur des von mir entfernten kommentares:

      große klasse, otwin! wer etwas über diepholz und umgebung kennenlernen möchte ist bei dir bestens aufgehoben. besonders deine eindrucksvollen fotomotive rücken unsere heimat auch überregional in ein schönes licht. danke für deine hervorragende arbeit!

      besten gruß,
      dirk

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